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Bedeuten neue Leitlinien zum Staatsvertrag der Länder das Aus für jegliches Online Glücksspiel?

20.07.2012
Wie GamingIntelligence heute berichtet, haben die Glücksspielreferenten der 16 Bundesstaaten Leitlinien für die Umsetzung des neuen Glücksspiel-Staatsvertrag entworfen. Werden die Leitlinien befolgt, wird Online Gaming praktisch unmöglich. Vor allem eine Altersverifikation und spezielle Marketing-Regeln, bedrohen jede Hoffnung auf ein profitables Geschäft im Internet.

Lobbyist und Lotto24 Vorstandsmitglied Magnus von Zitzewitz ist außer sich: „Seit 2 Jahren versuchen wir diese Auflagen aus dem Vertrags-Entwurf rauszubekommen, nun schreiben die Referenten sie wieder rein.“ Für die Altersverifikation müssten die Spieler ihr Alter in einer Postfiliale oder an einer ähnlichen Stelle offiziell bestätigen lassen. Laut von Zitzewitz existierte schon 2008 ein ähnliches Modell in einer Version des Staatsvertrages. Dadurch verlor Tipp24 80 % seiner Spieler und Lotto Bayern 78 %.

Die Leitlinien sind an das Gesetz zum Kinder- und Jugendschutz angelehnt, die eigentlich bei Erotik- oder Pornoseiten angewandt werden sollen. Die neuen Leitlinien hätten eigentlich schon am 11. Juli von den Länderparlamenten unterzeichnet werden sollen. Doch nachdem Lobbyisten sich in einem Protest-Brief an die Ministerpräsidenten wandten, wurde die Unterzeichnung vorerst auf Eis gelegt. Im September sollen die Bedenken über die Leitlinien angehört werden und über nächste Schritte verhandelt werden.

Zusätzliche Richtlinien enthielten ein Verbot für Anbieter per E-Mail, SMS oder Telefon mit der Öffentlichkeit zu kommunizieren. Das beträfe auch ein-und ausgehende Anrufe und Nachrichten, also gäbe es keinen Kundenservice. „Das wäre das Ende der Klassenlotterien, die 8 % des Marktes ausmachen“ behauptet von Zitzewitz. „Sie sind vom Telefonmarketing abhängig."

Die Werbe-Leitlinien beinhalten ein komplettes Werbeverbot im TV und Online ohne Lizenz. Jede Werbemaßnahme müsste extra freigegeben werden. Deep-Links wären auch verboten. „Das wäre das Aus für Affiliate Marketing“ betont von Zitzewitz.


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